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Mundart-Rapper Allan Bachmann aka AL


Mundart-Rapper Allan Bachmann

Der Mundart-Rapper und Musikproduzent AL, mit bürgerlichem Namen Allan Bachmann, hat sich Zeit genommen, mit uns über seinen Werdegang als Musiker zu sprechen und uns in seine Welt des Raps zu entführen. Der am linken Zürichseeufer wohnhafte Künstler hat sich mit uns getroffen, um von seinen Ambitionen zu erzählen und uns einen persönlichen Einblick in seine Geschichte zu geben.

Wann haben Sie angefangen Musik zu machen?

Das war in der Oberstufe, ich war damals 13, vielleicht 14 Jahre alt. Dort habe ich meine ersten Texte verfasst und 2007 habe ich mit einem Freund zusammen mein erstes Demotape gemacht. Dann, 2008 und 2009 habe ich angefangen, selber Beats zu produzieren. Damals machte ich, zusammen mit HMK, auch meine erste CD und brachte mir selbst das Klavierspiel bei.

Warum machen Sie Musik?
Musik war schon immer ein grosses Thema für mich ... meine Mutter hörte viel die Kelly Family, Johnny Cash und Country-Musik. Von meinem Bruder habe ich auch immer mal wieder neue Musik-CDs bekommen.

Was mögen Sie am liebsten beim Musikmachen?
Ich kann immer sehr gut Sachen verarbeiten, die mich beschäftigen. Bald wurde ich ziemlich süchtig danach, denn meine Musik beruhigt und entspannt mich ... ich habe lieber am PC Beats produziert und die Schulsachen in eine Ecke geworfen. Dies ist mitunter ein Grund dafür, dass ich mein Wirtschaftsstudium nicht abgeschlossen habe.

Warum Rap, Herr Bachmann?
Man kann mit Rap so vieles ausdrücken, er hängt auch sehr mit der eigenen Gefühlsverarbeitung zusammen. Ich denke, er ist wie ein Spiegel der Seele: Man schreibt ein Stück und hört es dann zwei Jahre später wieder an und man weiss sofort, wie man sich damals gefühlt hat.

Welches sind Orte, an denen man Sie antrifft?
Am häufigsten bin ich im Studio, sonst bin ich auch sehr viel unterwegs. Ich achte etwa darauf, dass ich mich immer mal wieder da und dort blicken lasse, um mich zu etablieren.

Was haben Sie gemacht, bevor Sie mit eigener Musik begonnen haben?
Ich ging natürlich noch zur Schule habe daneben viel geskatet.

Sind Sie nun Vollzeitproduzent?
Berufsmusiker bin ich nicht, aber Vollzeitproduzent schon, ich bin seit Anfang des Jahres angestellt bei Psycho Records. Dort produziere ich bis zu acht Beats im Monat, aber Geld zu verdienen ist im Musikbusiness unglaublich schwierig!
Die Unterstützung meiner Mutter gibt mir die Möglichkeit, dass ich das mit der Musik ungestört durchziehen kann. Vor anderthalb Jahren habe ich meinen Job durch einen Stellenabbau verloren und so angefangen, dies in meiner Musik zu verarbeiten. Mit Musik kann man Menschen wachrütteln. Nun achte ich natürlich darauf, dass ich Projekte vorantreibe, die mich auch finanziell über Wasser halten.

Was möchten Sie mit Ihren Texten vermitteln?
"AL" als Künstlername kann man so herleiten: Es ist immer viel Persönliches in meinen Texten, ich verarbeite sozusagen mein eigenes Leben. Wenn sich jemand mit meinen Texten identifiziert, dann ist das für mich mehr wert als alles Geld der Welt.
Ich spiele lieber gratis ein Konzert für 10 Leute, die Freude daran haben, als einen bezahlten Gig für 20'000 gelangweilte Nasen.

Welche Musiker haben Sie geprägt? Was sind Ihre Lieblingskünstler?
Jurassic 5 und natürlich Sido, weil er es von sich aus so weit gebracht und sich gut vermarktet hat.
Ich höre übrigens nicht nur Rap, sondern auch zum Beispiel Johnny Cash, weil er mit seiner Musik sehr erfolgreich geworden ist – das beeindruckt mich.

Mit wem würden Sie gerne einmal zusammenarbeiten?
Am liebsten würde mit Bligg ein innovatives Projekt erarbeiten.

Was war Ihr bester und denkwürdigster Auftritt?
Ich denke, das war die Plattentaufe vom "HMK". Wir haben "Kaputt und versüücht" gespielt; damals haben wir noch über die Probleme der Welt gerappt: über Krieg, die Atommüllproblematik u.s.w. Ich auf der Bühne, der Saal war rappelvoll und ich habe allen zugeschrien, jeder solle die Hände hochhalten und alle haben sie ohne zögern mitgemacht; das war schon immer ein Kindheitstraum von mir.

Ihr Album ist letzten Sommer im Juli 2013 erschienen, wie waren die Rückmeldungen?
Mehrheitlich positiv. Natürlich hört man auch immer Negatives, aber ich nehme beides auf und versuche es konstruktiv zu verarbeiten.

Was halten Sie von der Schweizer Rapszene?
Ich liebe sie mit allem, teils auch Negativem, bin jedoch nicht jemand, der sich als Teil einer Szene sieht. Ich will mich ja auch abheben von anderen.

Wie sieht denn die Zukunft aus? Haben Sie noch Projekte offen? Worauf dürfen wir gespannt sein?
Ich bin an meinem zweiten Album dran. Schon bevor ich das erste releast hatte, habe ich angefangen, am zweiten zu arbeiten. Es wird noch einen Zacken persönlicher ausfallen und ich will auch mehr politische Themen aus der Schweiz aufgreifen.

Vielen Dank, Allan Bachmann. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg auf Ihrem Weg!



Autor: Manu (M.C.) Ibarra
Datum: 20.05.2014 15:30 Uhr
Letzte Änderung: 24.03.2015 16:27 Uhr

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