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Filmnächte Rosenmattpark: Ueli Burkhardt zum 25-Jahre-Jubiläum


U. Burkhardt vor der Villa Gessner

Schon ist es wieder vorbei, das kleine aber feine Filmfestival von Mitte Juli 2015, und die gezeigten Filmperlen werden hierzulande lange nicht mehr auf der grossen Leinwand zu sehen sein. Zum 25-Jahre-Jubiläum war Ueli Burkhardt bereit, unserem Reporter einige Fragen zu beantworten.

Zum Einstieg: Was macht für Sie einen guten Film aus?
Das kommt auf das Genre an. Bei einem Spielfilm gehts um die "gute Geschichte", das Drehbuch ist das A und O.
Bei einem Dok-Film kommts aufs Thema an, auf die Umsetzung. Oder auf die Qualität des Genres. Für Musikfilme etwa zähle ich "Accordion Tribe" zu den Perlen. Auch bin ich gespannt auf "Amy", den Film über Amy Winehouse. Vielleicht bringen wir ihn nächstes Jahr, wer weiss?

Wenn Sie die Filmnächte planen, wie gehen Sie da vor?
Im Februar beginne ich mit der Sichtung meiner Liste, die übers ganze Jahr verteilt zusammenkommt. Die Liste bleibt immer bestehen, verändert sich aber ständig, Filme kommen dazu oder fallen wieder raus. Ich führe dann Gespräche mit Filmkritikern, Filmverleihern und Freunden. So bildet sich langsam ein provisorisches Programm heraus. Den letzten Entscheid darüber, was gezeigt wird und in welcher Reihenfolge, den fälle ich hingegen allein.

Wie wählten Sie die Filme zum aktuellen, 25. Programm aus?
Es gab verschiedene Ideen, etwa die, Filme auszuwählen, die zum Begriff "Jubiläum" passen oder selbst eines darstellen. Eine andere Idee war, lauter bisher "verregnete" Filme vorzuspielen, also schon einmal gezeigte Filme, die in den letzten Jahren wegen Regens kein Publikum fanden.
Am Schluss hielt ich mich aber an den bisherigen, normalen Rahmen: Es soll immer eine "gute Geschichte", eine gute Biografie oder ein guter Genre-Film sein und etwas für eher jüngeres sowie etwas für älteres Publikum dabeihaben – natürlich kein Mainstream.
Etwas ist allerdings schon speziell und gleichzeitig eine Alternative zu den Nationalfeiern rundum: Für einmal bespielen wir auch den 1. August, weil er diesmal der letzte Spielabend des Festivals ist, mit einem Leckerbissen – die Leningrad Cowboys!

Welcher der aktuellen Filme liegt Ihnen besonders am Herzen?
Schwierig zu sagen ... Eigentlich stellt für mich jeder Film einen Höhepunkt dar. Und doch, auf einen Film freue ich mich besonders: auf "Night on Earth" von Jim Jarmusch über nächtliche Gespräche auf Taxifahrten in den verschiedensten Städten der Welt.

Gibt es auch Lückenfüller?
Nein, dafür gibts viel zu viele gute Filme und unser Programm hat nur Platz für jeweils zehn davon. Klar, die Geschmäcke sind verschieden, aber auf meiner "laufenden Filmliste" hat es immer viel mehr als zehn Filme, die ich gerne zeigen würde. Das Programm hat ein Gesicht und ist dennoch so aufgestellt, dass man völlig spontan kommen und sich überraschen lassen kann.

Zur Geschichte der Filmnächte: Wie hat alles angefangen? Und wie ist es weitergegangen bis heute?
Am Anfang stand die IG Rosenmattpark, die den Park beleben wollte. Vorher war ja nicht einmal das Betreten des Rasens erlaubt! Zur IG gehörte auch mein Onkel Urs Burkhardt, der die Idee eines Filmfestivals im Park hatte und meinen Bruder Martin und mich dazu brachte, dies auch zu realisieren. So kam es 1991, ein bisschen nach dem Vorbild des Open-Air-Filmfestivals am Zürich-Horn, zu den ersten Filmnächten im Rosenmattpark. Die ersten paar Jahre gab es jeweils fünf Filmabende, aber schon bald stockten wir auf zehn Filme jährlich auf.
In den ersten Jahren wäre bezüglich Filmauswahl jedoch nichts ohne den Segen der damaligen Besitzerin des Schlosskinos, Frau Geiser, gegangen. So arbeiteten wir damals alle eng zusammen, um ein Festival mit auserwählten Filmen auf die Beine zu stellen.
Mittlerweile sind die Filmnächte gewissermassen die sommerliche Ergänzung zur Theatersaison im Theater Ticino, die jeweils von Herbst bis Frühsommer dauert.
Unvergessen bleibt mir allerdings, dass am ersten Open Air alle (!) fünf Abende verregnet wurden. Insofern muss man (leider) sagen, dass das aktuelle Wetter gut zum Jubiläum passt (lacht).

Wie ist das Verhältnis zwischen administrativem Aufwand und dem Ertrag?
Ohne Leidenschaft wären die Filmnächte nicht zu stemmen. Wirklich rechnen tun sie sich nur als Gesamtpaket, d.h. zusammen mit der ganzen Infrastruktur des Theaters Ticino, den Werbe-Dias und den Sponsoren. Der Restaurationsbetrieb im Rosenmattpark wird von guten Freunden, dem GMT-Party-Team geführt, ist finanziell unabhängig und trägt so ein eigenes Risiko. Ich möchte es so formulieren: Es ist ein grosser Aufwand und eben ein grosses Risiko, über das Ganze gesehen macht es aber Spass.

Eine letzte Frage noch: Wie lange wird es die Filmnächte noch geben?
Das steht in den Sternen geschrieben ... und die sind ja leider (zu) oft von Wolken bedeckt.

Herzlichen Dank für Ihre Gesprächsbereitschaft. Möge es noch viele weitere Filmnächte im Rosenmattpark geben!



Autor: Dani Rüegg
Datum: 26.07.2015 13:30 Uhr
Letzte Änderung: 18.08.2015 16:39 Uhr

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